Moderne Historiker

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Heute ist unser Seminar nun offiziell zu Ende gegangen und wir gehen in die Sommerpause. Im kommenden Semester wird es wieder an der Uni Köln einen Kurs geben, der sich mit dem digitalen Wandel, digitaler Medialität und der Umsetzung in Web 2.0 und Social Media beschäftigen wird. Inwiefern dieser Blog dann weitergeführt werden wird oder was aus den vorhandenen Gruppen, Accounts und Texten werden wird, ist noch unklar. Unser Konsens war allerdings, dass eine Aufbereitung der Inhalte für eine Veröffentlichung schön wäre.

Bild

Der Blog – ein Ausblick, Motivation

Inwiefern dieser Blog also weitergeführt werden wird und ob wir damit bei WordPress.com bleiben oder eine eigene Plattform aufsetzen, bleibt abzuwarten. Ich persönlich werde allerdings hier oder an anderer Stelle weiter Fragen zu Wissenschaft, Medien und Internet formulieren, Denkanregungen veröffentlichen und Ideen zur Diskussion stellen. Dafür gibt es zwar keine Creditpoints, aber ein Blog dient ja auch dem Blogger – so die Aussage in einer unserer Sitzungen. Und ich habe noch einige Fragen offen…

Meine persönliche, bisherige Erfahrung zeigt, dass sich insbesondere durch das regelmäßigere Bloggen (hier und an anderer Stelle) meine Arbeit mit Texten zur Normalität entwickelt hat. Da mich die Themen „Multimedialität“ und „Internet“ zugegeben durch unzählige Möglichkeiten faszinieren, interessieren und beschäftigen, ich aber nicht wüsste, wem ich davon erzählen soll bzw. sicher auch nicht jede Idee gleich zur Prototypenentwicklung taugt, wäre ich bei Verlegern oder in der Industrie falsch.

Das Internet bietet mir die Möglichkeit, auch solche Gedanken ganz einfach zu veröffentlichen und festzuhalten. Vielleicht stellt ja jemand mal über eine Suchmaschine eine Frage, die genau zu meiner Antwort oder Idee führt. Ich habe so schon sehr viel im Internet gelernt und konsumiert – zugegeben meist praktische Dinge, deren Korrektheit man am Resultat überprüfen konnte, was bei Fakten, Daten und Wissen manchmal schwerfallen kann.

Sicher mögen manche sagen, ich arbeite lieber als freier Journalist oder Online-Redakteur, da gibt es auch ein paar Mark. Aber sobald man sich an Ökonomie bindet, verliert man häufig auch die Freiheit, der unabhängigen Entfaltung. Zugegeben eine etwas idealistische Haltung, aber eigentlich erschließt sich mir gar nicht, warum ich über eine Instanz oder Institution gehen sollte, wenn ich doch auch ohne auskomme … mal vom Geld abgesehen.

OriginalBearbeitung mit Gimp (Software zur Bildbearbeitung)

… auf den ersten Blick wäre es kaum jemandem aufgefallen.

Warum die Beschäftigung mit der digitalen Medialität insbesondere auch für historisches Arbeiten auf ein hohes Interesse stoßen sollte, liegt eigentlich auf der Hand. Würde ich an dieser Stelle nicht darauf hinweisen, wäre den meisten Lesern bei dem oberen Bild kaum aufgefallen, dass ich das Original innerhalb weniger Minuten vollständig abgewandelt habe. Wäre es aufgefallen, hätte man es wohl kaum als bemerkenswert zur Kenntnis genommen.

Es sind nicht nur die Speicherung, Organisation und Erreichbarkeit von Daten, die auch Archive und die Wissenschaft in Zukunft berühren werden, sondern zusätzlich Werkzeuge und Software, die Einfluss nicht nur auf die Authentizität neuer, endogen-digitaler Quellen1, sondern auch auf bestehende, digitalisierte Quellen nehmen oder nehmen können. Und damit befindet man sich an nur einem einzigen Ansatz, der neben vieler anderer spannender Themen steht.

Zunächst bleiben aber auch ein paar ganz praktische Fragen im Raum:

  • Zu welchen Schlagworten oder Themengebieten arbeitet man eigentlich? bzw. Welche lassen sich definieren?
  • Sollte man einen Blog über ein solches Thema nicht lieber englischsprachig oder sogar zweisprachig führen?
  • In welcher Regelmäßigkeit können Blogs erscheinen?
  • Wie macht man einen Blog nachhaltig interessant und so übersichtlich, dass weder der Leser noch der Betreiber den Faden verliert?
  • Müsste man nicht vielleicht zuerst oder parallel einen Blog über den Blog führen?

_____

1) Mit endogen-digitalen Quellen soll hier explizit auf rein-digital-entstandene Quellen hingewiesen werden, wie etwa ein Chatprotkoll, E-Mails oder etwa aufgezeichnete Videokonferenzen. Vielleicht könnte man auch von primär-digitalen Quellen sprechen, was meiner Meinung nach aber zu wenig Dynamik vermittelt.

Bilder im Blog? Besser nicht! Kommt billiger.

Die Verwendung von Bildern in Blogs, auf Webseiten oder bei Facebook ist eine schöne Sache. Ein schlichter Text ist durch eine anregende Fotografie oder ein kurzes Video einfach noch ein bisschen ansprechender in der Präsentation. Es ist wie mit der Petersilie auf den Kartoffeln – nett zu haben und total hübsch.

Rechtlich gesehen begibt man sich allerdings nicht allzu selten auf fragiles Terrain. Wer ist eigentlich der Urheber des Bildes, unter welchen Bedingungen oder welcher Lizenz ist es veröffentlicht und was darf ich damit machen, ohne eine Abmahnung oder eine Rechnung zu erwarten. Setzt man drei Anwälte in einen Raum und stößt eine Diskussion zu dem Thema an, so läuft man Gefahr, vier oder mehr Positionen zu erhalten, die sich nicht ergänzen, sondern eher ausschließen.

Fazit kann dann eigentlich nur sein: Man lässt es gleich bleiben oder macht das Foto selbst. Das ist zwar mühsam, aber am Ende des Tages droht wenigstens keine teure Überraschung. Wer nicht gänzlich Lust und Mut verliert, der hat eigentlich schon Potenzial zum Helden – zumindest für einen Hollywood-C-Movie.

Sensation: Politik landet im Netz

Es ist ein kleiner Schritt für die User und ein großer für unsere Mutti. Eltern tun sich ja bekanntlich schwer mit der Jugend und ihrer Technik. Ist man aber erst einmal online und entdeckt die faszinierenden Weiten des Landes und seiner Prärie, fruchtbare Böden und vergoldete Berge, vergisst alle Zwänge und wird noch einmal zum Träumer, dann wird man leider schon bald auch mit einer Tatsache konfrontiert: Neuland zieht nicht nur Romantiker an, sondern auch Kriminielle.

Das Urheberrecht ist eines der großen Themen im Internet und wird es sicher auch noch eine Weile bleiben, da die Politik ja gerade erst die Landung feiert. Die Pläne für die Eisenbahn haben es noch nicht einmal in die Schubladen geschafft, und während wir hoffen, nicht von einer geheimen Verschwörung überrollt zu werden, drucken wir schnell noch ein paar wichtige E-Mails aus und schreiben unsere Termine wieder in den guten, alten Kalender und tun hysterisch überrascht, um der öffentlichen Empörung ein trauriger Eyeliner zu sein.

Zu viel verlangt scheint eine ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Internet, seinen Chancen, Möglichkeiten aber auch Problemen. Es kann nur zu einer Verstörung und großem Unmut führen, wenn Politiker sich in der Öffentlichkeit als ignorante Dilettanten präsentieren. Schließlich erfolgt die Verletzung von Urheberrechten im Hinblick auf Film- und Musikindustrie schon über viele Jahre hinweg und hat wohl die halbe Welt zu Ladendieben werden lassen. Dabei zeigt sich, dass eine Öffnung für neue Möglichkeiten und ein gleichzeitiger, innovativer Umgang mit Technik und Entwicklung zu attraktiven Lösungen führen können – man schaue nur auf die mittlerweile immer präsenteren Musik-Streaming-Dienste. Fairerweise sei bemerkt, dass es für Veränderungen in dieser Hinsicht, oft nicht nur in der Politik, sondern auch in der Industrie und letztlich auch in der Gesellschaft selbst hakt.

Freiheit in der Grauzone

Der Blick in die Wolken ist eigentlich beruhigend, zumindest, wenn der Himmel blau ist und die Sonne scheint. Wenn sich die Wolkendecke zuzieht, sackt die Stimmung allerdings rasch in den Keller und man schimpft über die Unbeständigkeit des Wetters und gleich im nächsten Schritt über die der zugehörigen App. Hat ja heute jeder eine, der etwas auf sich gibt. Was ist eigentlich mit dem Allmächtigen? Es ist noch nicht zu spät, mal etwas Neues zu probieren! Hat wahrscheinlich keine Zeit.

Leben mit der Grauzone war in den Achtzigern eine Aussage über musikalische Affinität. Die Band, die heute vor allem für ihr Lied über den Wunsch ein Eisbär zu sein, bekannt ist, brachte es aber scheinbar zeitlos auf den Punkt:

„Ich möchte ein Eisbär sein, im kalten Polar, dann müsste ich nicht mehr schreien, alles wär‘ so klar.“

Hier der Link zum Video auf Youtube: http://www.youtube.com/watch?v=HhtxqvAlIpo (Ggf. werden Verwertungsrechte mit der Verfügbarkeit des Videos verletzt, deshalb belassen wir es hier bei dem Textlink und verzichten auf eine multimediale Verknüpfung, was ansich schade ist, weil der Google-Konzern sicher auch 1 Cent pro Klick an die Rechteinhaber abdrücken könnte, aber das ist eine andere Diskussion.)

Heute schreien die Eisbären mehr denn je, also zumindest in Form ihrer menschlichen, grünen Vertreter, denen aber auch eher kein Gehör geschenkt wird. Ihre Klagen werden allerhöchstens auf irgendeinem Server in irgendeiner Wüste zwischen unzählbaren Banalitäten gespeichert. Die Filter greifen aber nur bei Worten wie „Terror“ oder „Bombe“. Dabei scheinen die Tage am Polar tatsächlich gezählt und dem armen, weißen Tier schmelzen die Schollen unter den Pfoten weg. Wir sind doch sonst immer so empathisch, wenn Tiere Pelz tragen.

Ich habe eine Idee, Flickr hat sie schon

Es ist einem fast zum Heulen zumute, wenn man sich nur einmal die Möglichkeiten und Chancen des Internets als offenem, multimedialem und liberalem Medium vergegenwärtigt. So hatte ich etwa durch eine Bildrecherche über den Anbieter Flickr, im Zuge der Erstellung dieses Blogs, freien Zugang zu einer Vielzahl von Bildern. Es ist eine Weile her, dass ich mich mit dem Anbieter auseinandergesetzt habe und ich bin nun überrascht. Aktuell bekommt jeder User 1TB freien Speicherplatz um seine Fotos online abzulegen, zu organisieren und zu präsentieren. Das ist eine ganze Menge. Gleichzeitig findet man dort mittlerweile verschiedenste Fotografen, Institutionen wie The White House oder The U.S. National Archives. In Anbetracht der aktuellen Debatte kann man da sagen, was man will. Ich stelle hier einmal mehr fest:

  1. Politik kann interessant und spannend präsentiert werden.
  2. Das gilt auch für Forschung, Museen und Archivgut
  3. Durch das Internet und seine Entwicklungen wird vieles auch erleichtert

Bsp. 1: Freies Bildmaterial vom Deseronto Archiv gefunden über eine Bildrecherche zum Stichwort „Polar Bear“ im Commons Bereich bei Flickr

ORON-06-23

Deseronto Archives: ORON-06-23 – „Interior of the ‘Wigwam’, Dr. Oronhyatekha’s residence on Foresters‘ Island, near Deseronto, Ontario. The room is a sitting room, with a large portrait of Dr Oronhyatekha on the back wall and other hangings and pictures.
There is a table in the centre of the room and a rug made of a polar bear cub’s skin on the floor. This is the other half of the room depicted in ORON-06-21.“ – Quelle: http://www.flickr.com/photos/23121382@N07/3621647447/in/photolist-6w2TBn-6w78mG-9XmgT3-bfknF8-9W75kf-8Zo4Nf-7RTm7o-duADN3 – 4. Juli 2013 – 16:55 Uhr. Dieses Bild ist über den Commons-Service von Flickr.com eingebunden. Urheberrechte sind nicht bekannt.

Das gesamte Angebot bei Flickr kann über verschiedene Einstellungen gezielt etwa nach Schlagworten oder Lizenzangaben durchsucht werden. Man kann Bilder favorisieren, teilen oder anderen Mitgliedern folgen, um über deren Aktivität informiert zu bleiben. Beiträge unter Public Domain/Gemeinfreiheit oder Creative Commons können gleich mit entsprechenden Zitationshinweisen eingebunden oder geteilt werden. Die korrekten Angaben werden einem dabei gleich mit an die Hand gegeben. Grundsätzlich stehen einem auch nur die Möglichkeiten zur Verfügung, die mit der angegebenen Lizenz erlaubt sind.  Das ist nicht nur ausgesprochen praktisch und komfortabel, sondern vermittelt auch gleich ein gewisses Gefühl von Sicherheit. Für den Fall, dass man ein Bild über die angegebene Lizenz hinaus verwenden möchte, besteht die Möglichkeit eine Lizenzierung über Getty Images – u.a. eine professionelle, journalistische Bilddatenbank – zu prüfen oder, wenn das nicht möglich ist, kann man schlichtweg dem Mitglied selbst eine Anfrage stellen. Das erscheint auf den ersten Blick alles sehr plausibel und durchdacht.

Bsp. 2: Frei über die Commons von Flickr zugänglicher Scan von The U.S. National Archives

Treasury Warrant in the Amount of $7.2 Million for the Purchase of Alaska, 08/01/1868, Page 1 of 2

The U.S. National Archives: Treasury Warrant in the Amount of $7.2 Million for the Purchase of Alaska, Quelle: http://www.flickr.com/photos/usnationalarchives/5286025584/in/photolist-947gf9-cSy3v1/ – 4. Juli 2013 – 17:25 Uhr. Dieses Bild entstammt „The U. S. National Archives“ und ist über den Commons-Service von Flickr.com eingebunden. Urheberrechte sind nicht bekannt.

Freies Wissen – nur wissen wie?

Die Wikipedia versteht sich als unkommerzielle Instanz und als Nachschlagewerk für jedermann gemacht von jedermann. Das ist prinzipiell eine gute Sache und die Erfolgsgeschichte schreibt sich fort. Renommierte und traditionsreiche Konkurrenten streichen reihenweise die Segel und tatsächlich scheint ein weiterer Markt durch das Internet vernichtet zu werden. Vielleicht tut sich aber zeitgleich ein neuer auf. So fällt doch im Zusammenhang mit der Verwendung des Internets zunehmend auf, dass Speicherung und Abrufen kein großes Problem mehr darstellen. Viel eher ist die entscheidende Frage: Wie finde ich was ich brauche und wie kann ich das Material nützlich verwenden und aufbereiten. Es geht also weniger darum, was man inhaltlich weiß, sondern wie man sich die Inhalte beschafft, ohne darauf viel Zeit zu verwenden. Zusätzlich muss man eine Entscheidungs- und Bewertungskompetenz erlangen, die einem im Umgang mit den Informationen Wichtiges von Unwichtigem und Seriöses von Unseriösem trennen lässt. Hier ist zu erwarten, dass der User zukünftig entsprechende Hilfsmittel verwenden kann, will oder sogar muss – aber auch diese Instrumente müssen erst einmal entwickelt werden.

Im Commons-Bereich der Wikipedia (Wikimedia Commons) ist Hilfe zum jetzigen Stand längst noch nicht nötig. Hier müssen wir wie bei Flickr einfach nur hoffen, dass jemand zu unserem Thema bereits Material bereitgestellt hat und dann bleibt nur noch eine geringe Hürde: Richtig zitieren. Vor dieser Bedingung stehen die Inhalte für alle Welt zur „freien“ Verfügung.  Man muss eben nur die richtige Nennung von Lizenz (inkl. Version) und Urheber beachten sowie ggf. Persönlichkeits- und Markenrechte. Genau wie bei Flickr, bietet Wikimedia Commons eine eigene Funktion Bilder in eine Webseite oder ein Wiki zu integrieren. Auch ein Download ist in unterschiedlichen Größen möglich. Die entscheidenden Angaben zur Lizenz des Bildes stehen auf der jeweiligen Detailseite zum Bild und können über die „Einbinden auf einer Webseite“-Funktion sogar vorgegeben werden. Sofern ein Bild unter Creative Commons-Share-Alike weitergeben wird, muss beachtet werden, dass man das Bild beliebig verändern darf. Man muss das bearbeitete Bild dann allerdings unter gleicher Lizenz für die Weitergabe freigeben. Zu beachten ist in diesem Fall, dass man für die neu entstandene Version als zusätzlicher Urheber ergänzt werden muss.

Bsp. 3: Fotografie aus der Commons Sammlung von Wikipedia. Die Bildunterschrift setzt sich aus dem Titel sowie der Urheberrechtsangabe von Wikipedia zusammen.

Miners climb Chilkoot

Miners climb Chilkoot – By Hegg, E.A (1867-1948) [Public domain or Public domain], via Wikimedia Commons

Schluss

Ich muss so langsam zum Schluss kommen, da meine Textlänge den Internetnutzer und sein Konsumverhalten sowieso schon gänzlich ignoriert. Auf einige Punkte wird man wohl zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal zurückkommen müssen. Klar geworden sollte jedoch sein, dass es sich in jedem Falle lohnt, einen Blick in den digitalen Wald zu werfen, auch, wenn man dort nicht gleich auf eine Goldader stoßen wird.

Eine Anmerkung sei mir aber noch gestattet:

Dass die Missachtung von Recht und Gesetz und eine damit verbundene Haltung im Laissez-faire bedenklich sind, braucht man kaum zu erwähnen. Es bereitet mir Sorgen, wenn Juristen in einer Gesellschaft ihr Dasein und ihre Existenz auf dem Fehler des Anderen im Zusammenspiel mit lückenhaften, schwammigen oder veralteten Gesetzen begründen. Natürlich gibt es gute Gründe, Urheberschaft zu verteidigen und Verletzungen des geltenden Rechts juristisch zu verfolgen. Aber sollte schlechte Gesetzgebung nicht korrigiert, statt ausgenutzt werden?

Wenn ein großer Konzern ein unter Creative-Commons-Lizenz veröffentlichtes Bild für seine Eigenwerbung nutzt und auf eine Nennung des Fotografen sowie der dazu gehörigen Lizenzangaben verzichtet und nach einer Aufforderung dies zu ändern, versucht zu leugnen, dass das Foto aus der Wikipedia stammt und sich durch ein Schweigegeld Absolution kaufen möchte, da wundere ich mich in erster Linie immer, dass solche Firmen nicht reihenweise Pleite gehen. Man scheint heute also auch mit mangelhafter Kompetenz noch Geld zu verdienen.

Zugleich frage ich mich aber auch, warum man so viel Wissen und so viele Gesetze kennen muss, bevor man einen sicheren, selbstständigen Schritt im Internet wagen kann. Einem Mädchen eine Rechnung zu schicken, weil es von einem öffentlichen Profil eines Künstlers ein Foto kopiert und auf einem privaten Blog verwendet, steht in keinem Verhältnis. Nur wird hier einmal mehr ein zentraler Punkt deutlich: Wann ist im Internet etwas privat und wann kommerziell, wo beginnt Vermarktung und wo hört sie auf?

Auf die Bedeutung von Urheberrechten muss zunehmend stärker hingewiesen werden, schließlich macht sich jeder Blogbetreiber selbst auch zum Urheber. Man muss aber vielleicht auch einmal bedenken, dass das genieästhetische Verständnis von originärer Urheberschaft im digitalen Zeitalter in gewisser Weise überholt sein könnte. Ich für meinen Teil kann zumindest nicht ausschließen, dass die oben formulierten Gedanken nicht gerade auch ein anderer Mensch da draußen hat oder hatte und sie vielleicht einfach nicht aufgeschrieben hat. Womöglich gar in irgendeiner anderen Sprache auf einem ganz anderen Kontinent. Egal wo man anfängt, das Internet erfordert ständige Aufmerksamkeit und Auseinandersetzung, so viel ist klar.

Ist nun doch noch eine ganz schön lange Anmerkung geworden. Jetzt löscht der Cowboy aber wirklich das Lagerfeuer und haut sich auf’s Ohr. Morgen geht die Entdeckungsreise schließlich weiter!

Sitzung am 3. Juli 2013 © G. Chatzoudis

Sitzung am 3. Juli 2013 © G. Chatzoudis

Vielen Dank noch einmal an Raimond Spekking für eine interessante Sitzung am Mittwoch, 3. Juli 2013.

P.S.: Man lese diesen Text bitte als langes Argument pro Internet und Verteidigung eines Instruments und Werkzeugs, das Kommunikation auf eine neue Ebene hebt, Menschen verbindet und im Alltag, in Leben und Diskussion begleitet – grenzüberschreitend. Es gibt so viele tolle Möglichkeiten und manche Dinge, die wir heute täglich nutzen, hätte man vor vielen Jahren noch in futuristischen Filmen als Zukunftsmusik eingesetzt. Bei allen Problemen muss man glaube ich konstatieren: Desto mehr Gute mitmachen, desto weniger Einfluss hat die Dunkle Seite. Möge die Macht mit der Community sein.

Das Internet und seine Kinder

Die digitale Kommunikation ist aus unserem Alltag kaum mehr wegzudenken. Wir lesen und schreiben online alleine und gemeinschaftlich. Begriffe wie „Group Writing“ und „Kollaboratives Schreiben“ bzw. „Kollaboratives Arbeiten“ sind keine hippen Hirngespienste einer sonderbaren Gruppe von Nerds, die sich am Wochenende auf LAN-Partys treffen und kein Licht sehen, außer das ihres Bildschirms, sondern eine logische Konsequenz der Weiterentwicklungen des Web 2.0.   

Autor und Öffentlichkeit

Der Begriff des Autors ist in der direkten Öffentlichkeit des Internets zugegeben verwässert. Einen eigenen Blog kann heute jeder mit Internetzugang schreiben und inwiefern dort Qualität und Quantität produziert werden, muss der User entscheiden. Für den Autor bietet sich die Chance, direkte Reaktionen auf seine Veröffentlichungen zu erhalten, er kann darauf reagieren und gegebenenfalls getroffene Aussagen kommentieren. Es entsteht also eine Art kommentierter Text in Echtzeit. Bei manchem Text sind Diskussion und Interaktion über Soziale Netzwerke beinahe bedeutender, als der eigentliche Text.

Wahrscheinlich muss man sich von einem festen Autor-Begriff genauso lösen, wie von einem festen Text-Begriff. Anders, als ein Buch oder ein gedruckter Text, kann es bei einem online verfügbaren Text sein, dass man morgens eine andere Version als abends liest. Manchmal schreiben verschiedene Autoren an einem Text und ein Nachvollziehen, wer was wann geschrieben hat, ist mühsam. Aber wie mit einem Text umgehen, dessen Autor man nicht kennt, der auch keinen Verlag als Autorität im Hintergrund hat? Welche Legitimation haben Aussagen und Text und wie können sie wissenschaftlich verwendet werden?

Geschichte und Wissenschaft

Geschichte, Geschichtswissenschaft und die Wissenschaft im Allgemeinen tun sich schwerer mit der Umsetzung der Veränderungen im Bereich der Mediennutzung, als der Privatmann. Was dieser im Spiel testet, wird sich aber zukünftig wohl zu einer Kernkompetenz entwickeln. Den Ursachen dafür Ignoranz, Ablehnung oder Verleugnung, soll an dieser Stelle nicht nachgegangen werden. Im Raum stehen Renommee und Argumente wie fehlende Zeit und Belanglosigkeit. Nicht zuletzt stellt sich auch die Frage nach dem Urheberrecht als Grundlage für Existenz und ob man sein Wissen kostenlos zugänglich machen sollte.

Es gibt keinen Grund voreilig oder panisch zu reagieren. Wissenschaft funktioniert grundsätzlich auch ohne Internet. Dort, wo sich aber Vorteile im alltäglichen Arbeiten ergeben, wäre es dumm, sich technischen Möglichkeiten zu verweigern. Klar ist, dass man sich an der Spitze von Entwicklungen befindet und wo Prototypen produziert werden, kann auch mal etwas schief laufen. Gerade deshalb ist es sinnvoll, in einer Mischung aus privatem und öffentlichen Gebrauch, neue Wege zu testen und zu gehen.  

Es geht bei der Nutzung des Internets nicht um die Inhalte, sondern darum, Fähigkeiten zur effektiven und effizienten Nutzung von Digitalität zu entwickeln. 

Schluss

Ökonomie ist ein entscheidender Faktor im Netz. Viele kostenpflichtige Inhalte und Produkte finden online ein Pendant, oft sogar kostenlos als Open Source/Access. Eine neue Printauflage des Brockhaus wird es nicht mehr geben. Die Frage Internet vs. Print oder analog vs. digital ist für die breite Masse also längst entschieden. Wer sich der digitalen Möglichkeiten verweigert, kann vielleicht als Nostalgiker Karriere machen, sonst aber nicht. Dies kann zumindest für jeden Bereich gelten, in dem irgendeine Form von Öffentlichkeit stattfindet und zukünftig stattfinden wird. Anders gesprochen: Rechnen, Lesen und Schreiben haben ein neues Geschwisterchen bekommen – nur ein Name ist noch nicht gefunden.

Recherchierende Studis des AK „Moderne Kommunikationsformen für Historiker“, Uni Köln, Sitzung 12. Juni 2013

Auf der Suche nach Blogs zur Geschichte und zu den Geschichtswissenschaften – Eindrücke und Charakteristika der Blogs sammeln.

Sitzung am: 29. Mai 2013

Was ist ein wissenschaftlicher Blog?

– Wissenschaftler der bloggt

– Jemand bloggt über etwas wissenschaftliches

– Wissenschaftler bloggt über etwas wissenschaftliches

Digitale Kommunikation und

Wissenschaftler sind konservativ in Bezug auf Form und Strukturen. In ihrem Fach sind die Besagten interessiert und aufgeschlossen, in Sachen Publikation -> bewährte Verfahren

Keine Zeit

Unübersichtlichkeit

Kommunikationsformen bleiben stabil

Kommentarfunktion als Popularitäts- und Qualitätsindikator?

-> Wer kommentiert ist die Frage! Qualität statt Quantität im Kommentar.

Problematik der Identität online/offline!

Provokation?!

 

„Generation Selbstmarketing“

„Blogs müssen in erster Linie dem Blogger nutzen“

In der Vorbereitung auf die kommende Sitzung am 29. Mai 2013, haben wir uns u. a. mit einem Interview von Dr. Cornelius Puschmann beschäftigt. Dort wird die Aussage getroffen, dass Blogs dem Blogger dienen sollen. Davon ausgehend können wir auch hier einmal die Frage stellen: Was nutzt uns diese Plattform und was könnte sie uns nutzen? – einige Ideen und Überlegungen.

1) Wenn der Blog in erster Linie dem Blogger nutzen darf, dann sollte ich eine Auseinandersetzung mit Begriffen und Themen aus dem Uni-Alltag als Form der Nachbereitung verstehen. Selbst, wenn niemand sich für meinen Eintrag interessiert, habe ich eine Art von Mitschrift online und kann sie zu einem späteren Zeitpunkt wieder lesen. Dass andere Nutzer die Mitschrift lesen und kommentieren können, ist ein Zugewinn. Ich profitiere auf verschiedensten Ebenen.

2) Ich blogge über Termine und Veranstaltungen an der Uni und in Köln – dann kann ich immerhin sicher sein, sie nicht selbst verpasst zu haben. – Von der Egoperspektive aus gesehen, bringt mir das Bloggen über Termine vor allem eines: Ich selbst weiß über die Veranstaltungen bescheid und gehe vielleicht einmal mehr hin. Sofern andere in meinem Umfeld sich ebenso verhalten und über Ereignisse informieren und berichten, dann erspart mir die Lektüre des Blogs das Lesen vieler Schwarzer Bretter und ist mir eine zentrale Anlaufstelle.

3) Mit dem Handy ist schnell mal ein Foto gemacht, ein Audio- oder Video-Mitschnitt sind auch kein größeres Problem. Eine entsprechende App lässt mich die Daten gleich ins Internet/den Blog hochladen. Ein Artikel kann natürlich auch dazu geschrieben werden. Hier kann aber auch kollaborativ gearbeitet werden: Einer macht Fotos und der Andere schreibt!

4) Ein gemeinschaftlicher Blog kann mit sehr vielen beteiligten Subjekten und Sendern schnell unübersichtlich werden. Die Masse an Nonsens-Informationen ist für Empfänger schnell eine Belastung, der man sich im ohnehin oft medial überfordernden Alltag eher entzieht. Deshalb sollte die Aussage für ein Projekt mehrerer Blogger eher lauten: Ein persönlicher Blog muss dem Blogger nutzen, ein kollaborativer Blog muss der Summe aller Blogger nutzen. Über den Nutzen und die Form der Informationsvermittlung sollte sich in der Community ausgetauscht werden. So geschieht es bereits etwa bei Wikipedia in den Diskussionen.

Sehr wahrscheinlich sind da noch viel mehr Aspekte zu diskutieren oder zumindest zu bedenken, oder?

Facebook, Twitter und ein bisschen mehr…

Liebe SeminarteilnehmerInnen und BesucherInnen,

in der heutigen Seminarsitzung haben wir die Grundlagen für diesen Blog gelegt. Ich habe im Anschluss noch ein paar Änderungen bzw. Ergänzungen vorgenommen:

  1. Es sind nun neben der Startseite eine About-/Über-uns-Seite, eine Kontakt-Seite (vorerst mit Formular) und ein Impressum angelegt. Inhalte fehlen noch.
  2. Das Header-Bild habe ich von Wikipedia. Es ist unter Creative Commons veröffentlicht und kann unter Angabe der Quelle verwendet werden. Der Nachweis und mehr Informationen zur Lizenz stehen im Impressum.
  3. Als Kategorien haben wir einfach mal angefangen mit „Editorial“, „Aktuelle“ und „Glossar“ – hier könnten weitere Formate/Themengebiete diskutiert werden.
  4. Eine Sammlung wichtiger Hilfsmittel und Links wäre vielleicht interessant.
  5. Man könnte auch mal von einer Veranstaltung persönlich berichten – im Sinne eines „Ich war da, habe ein paar Fotos gemacht und erzähle euch darüber“
  6. Links auf der Seite sind der Twitter- und der Facebook-Account verlinkt. Dort kann man uns folgen oder liken. Auch der letzte Tweet wird angezeigt.
  7. Über Twitter und Facebook werden die letzten Kommentare angezeigt. Alle Blogs und Einträge können vom Nutzer kommentiert werden.

Sofern ihr Ideen für Blogs, Themen und Verbesserungen habt, könnt ihr gleich hier die Kommentar-Funktion nutzen! Wer Interesse hat, hier mitzuwirken, kann mir entweder kurz eine Mail schreiben oder spricht mich in der nächsten Sitzung an.

Viele Grüße und schöne Pfingsttage,

Clemens Fuhrbach

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